Herlinde Koelbl. Kleider machen Leute
Herlinde KoelblKanae Asakusa Geisha, Japan"Als Geisha bin ich selbstbewusster, privat bin ich eher schüchtern. In meiner Alltagskleidung laufen die Leute an mir vorbei, ich bin eine von vielen. Aber in meinem Kostüm werde ich beachtet. Der Kimono ist die beste Uniform für eine japanische Frau. Wenn ich meinen Kimono anziehe, werde ich innerlich ruhig. Meine Haltung verändert sich, ich gehe und sitze aufrechter, bewege mich langsamer. Die Stimme wird leiser, sanfter. Das geschieht von ganz alleine. Die Wörter werden freundlicher, ich spreche in der ehrerbietigsten Höflichkeitsform. Demütig zu sein fällt mir leicht. Dem Kunden Freude zu bereiten, das Lächeln, das Künstlerische sind wichtige Fähigkeiten einer Geisha. Wenn die Geschäftsmänner zusammen trinken gehen, ist es meine Aufgabe, sie bei guter Laune zu halten. Verträge werden dann leichter geschlossen."
Galerie
Herlinde Koelbl. Kleider machen Leute
Doppelporträts von Herlinde Koelbl in Dresden
Die deutsche Fotografin Herlinde Koelbl präsentiert im Dresdener Hygiene-Museum ihr neues Projekt "Kleider machen Leute". Zu sehen sind 70 Porträts von Menschen in ihrer Berufs- und Privatkleidung.