Bedford-Strohm: Ehrenamtliche Arbeit bedeutet nicht Aufopferung

Bedford-Strohm: Ehrenamtliche Arbeit bedeutet nicht Aufopferung
Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für Kirche und Gesellschaft hervorgehoben.

 Menschen, die sich für andere wie etwa für Flüchtlinge einsetzten, seien eine wichtige, unverzichtbare Säule, sagte er am Freitagabend in Bad Füssing. "Ohne Ehrenamtlichkeit wäre unsere Kirche einfach nur arm", dies gelte ebenso für viele andere Bereiche der Gesellschaft, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Allein in der bayerischen Landeskirche arbeiteten knapp 150.000 Menschen freiwillig und leisteten pro Monat rund 2,1 Millionen Arbeitsstunden, sagte der Landesbischof beim Jahresempfang des Dekanatsbezirks Passau. Prägende Motivation für soziales Handeln sei heute weniger das alte christliche Ideal der Aufopferung so wie es Nonnen und Diakonissen einst vorgelebt hätten. Der Satz "Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst!" sei als Grundgedanke zu einem Teil des kulturellen Erbes geworden. Viele Menschen hätten ein Gespür dafür, "dass es eine Pflicht gibt, sich für andere einzusetzen."

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