Kirche in Karlsruhe verabschiedet Memorandum zur gleichgeschlechtlichen Liebe

Kirche in Karlsruhe verabschiedet Memorandum zur gleichgeschlechtlichen Liebe
Die Mitglieder der Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Karlsruhe (Badische Landeskirche) haben einem Memorandum des Stadtkirchenrats zur gleichgeschlechtlichen Liebe zugestimmt.

Darin werden "alle Menschen, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung in der Evangelischen Kirche in Karlsruhe willkommen" geheißen, wie die Stadtkirche mitteilte.

70 von 75 stimmberechtigten Synodalen hätten das Papier befürwortet, das der Stadtkirchenrat bereits im Juni erstellt habe, heißt es weiter. Damit will die Evangelische Kirche in Karlsruhe dazu beitragen, dass Menschen in der Kirche frei von Diskriminierung leben können. Homosexualität, Bisexualität und Heterosexualität seien gleichwertige Formen menschlicher Liebe und Sexualität, die vor Gott und den Menschen gelebt werden sollen, wird in dem Papier erklärt.

Mehr zu Homosexualität
In der EKD wurden Pädosexuelle lange Zeit geduldet
Sex mit Kindern? In der "Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" fanden das manche früher ganz okay, hat der Historiker Klaus Große Kracht erforscht.
Stadtprinzenpaar aus Osnabrück
Die Ersten in Osnabrück und bundesweit in kleiner, aber wachsender Gesellschaft: Yut I. und Thomas I. sind das erste schwule und binationale Stadtprinzenpaar in Osnabrück. Sie leben und lieben den Karneval und stehen ein für mehr Vielfalt.

Zugleich lehnt der Stadtkirchenrat Versuche entschieden ab, "lesbische und schwule Menschen, insbesondere Jugendliche, durch Beratung, Gebet oder andere Formen der Intervention von Homosexualität 'heilen' zu wollen". Dies stelle seiner Ansicht nach einen schwerwiegenden und gesundheitsgefährdenden Eingriff in die seelische Integrität der betroffenen Menschen dar.

In Karlsruhe findet im Mai 2016 der Jugendkongress "Christival" statt. Rund um das Christival 2008 in Bremen hatte es eine Kontroverse über "Heilungs"-Workshops für homosexuelle Jugendliche gegeben.