"Bild am Sonntag": Staatsakt für Genscher angeordnet

"Bild am Sonntag": Staatsakt für Genscher angeordnet
Deutschland wird einem Medienbericht zufolge den verstorbenen langjährigen Außenminister Hans-Dietrich Genscher mit einem Staatsakt ehren.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat Bundespräsident Joachim Gauck die besondere Würdigung für den FDP-Politiker bereits angeordnet.

Die Ehrung durch einen Staatsakt wird nur wenigen Spitzenpolitikern zuteil, zuletzt im November vergangenen Jahres Altkanzler Helmut Schmidt (1918-2015). Grundsätzlich ist ein Staatsakt für jeden Verstorbenen möglich, der sich in besonderer Weise um das deutsche Volk verdient gemacht. Ein Trauerstaatsakt umfasst eine von Musikstücken umrahmte Traueransprache, Gedenkreden und die Nationalhymne.

Genscher war in der Nacht zum Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war von 1974 bis 1992 Bundesaußenminister und Vizekanzler. In seine 18-jährige Amtszeit als Außenminister fielen der Fall der Mauer, die Zwei-plus-Vier-Gespräche, der deutsch-polnische Grenzvertrag sowie der deutsch-sowjetische Kooperationsvertrag.

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Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) ist in Halle (Sachsen-Anhalt) postum mit einem Bürgerpreis geehrt worden. "Genschers Außenpolitik hat Ost und West sich einander annähern lassen und Brücken zwischen den Menschen gebaut", sagte Reiner Haseloff (CDU).
Hans-Dietrich Genscher 1992
Mit großer Trauer hat die EKD die Nachricht vom Tod von Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher aufgenommen. Er habe sich für eine Welt engagiert, "in der die Würde des Menschen im Mittelpunkt politischer Entscheidungen steht", sagte Irmgard Schwaetzer, Präses der EKD-Synode.