Theologin Käßmann: Mit Bildung gegen Fundamentalismus

Theologin Käßmann: Mit Bildung gegen Fundamentalismus
Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat dazu aufgerufen, Fundamentalismus mit Bildung zu bekämpfen.

"Gegen jede Art von Fundamentalismus ist es wichtig, dass wir die Bücher, die uns heilig sind - in dem Sinne, dass sie für unseren Glauben fundamentale Bedeutung haben - kritisch lesen dürfen", sagte Käßmann am Sonnabend in einem Vortrag bei der Jahresversammlung der Büchereiarbeit der hannoverschen Landeskirche in Hannover: "Glaube und Vernunft sind kein Widerspruch." 

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Geplant ist unter anderem am 23. Februa, dem Vorabend des zweiten Jahrestags, ein Mahngang in Berlin, der vom Brandenburger Tor zur russischen Botschaft führen soll, wie die Evangelische Friedensarbeit im Raum der EKD donnerstags mitteilte.
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Schon den Reformatoren um Martin Luther sei es im 16. Jahrhundert um gebildeten Glauben gegangen und nicht um einen Glauben aus Konvention oder spirituellem Erleben. "Die Menschen sollten in der Bibel selbst nachlesen, ihr Gewissen schärfen und dann hinausgehen in die Welt und Verantwortung übernehmen", sagte die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende laut Redemanuskript.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.