Hunderttausende bei Homosexuellen-Parade in São Paulo

Anhänger und Aktivisten der brasilianischen Bewegung schwuler, lesbischer, bi- und transsexueller Menschen (LGBT) kamen zur diesjährigen Gay Pride Parade in Sao Paulo.

Foto: dpa/Cris Faga

Anhänger und Aktivisten der brasilianischen Bewegung schwuler, lesbischer, bi- und transsexueller Menschen (LGBT) kamen zur diesjährigen Gay Pride Parade in Sao Paulo.

Hunderttausende bei Homosexuellen-Parade in São Paulo
Hunderttausende Menschen haben in der brasilianischen Metropole São Paulo an der traditionellen Parade der Homo-, Bi- und Transsexuellen (LGBT) teilgenommen.

Auf der Prachtstraße Avenida Paulista demonstrierten sie am Sonntag (Ortszeit) für Respekt gegenüber der LGBT-Gemeinde und gegen religiösen Fundamentalismus. Viele Musikstars animierten die teils leicht und teils sehr gewagt bekleideten Demonstranten mit Showeinlagen, wie die Zeitung "Folha de São Paulo" in ihrer Onlineausgabe berichtete.

Die Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmer auf bis zu drei Millionen. Auf Plakaten und in Sprechchören protestierten viele Demonstranten auch gegen die in Korruptionsskandale verwickelte Regierung. Sie forderten den Rücktritt von Präsident Michel Temer und sofortige Neuwahlen.

Mehr zu LGBT
Pfarrer Christoph Kunz segnet ein queeres Paar
Ein päpstliches Dokument erlaubt ganz offiziell die Segnung homosexueller Paare durch katholische Geistliche. Zwar wird in dem Schreiben Homosexualität nach wie vor abgelehnt, doch der Schritt ist trotzdem eine Sensation
Claudia Marlen Schröder
Vorgestern war der Transgender Day of Remembrance. Wir gedenken an diesem Tag der verstorbenen, aber auch der lebenden trans Personen. Katharina Payk feiert dieses Jahr eine besonders aktive Frau in der evangelischen Kirche in Österreich.

"Wir demonstrieren für Liebe, Toleranz und für Diversität", sagte Nelson Matias, einer der Mitveranstalter des Umzugs, der unter dem Motto "Keine Religion ist Gesetz. Für einen laizistischen Staat" stand. Die Losung richte sich in erster Linie gegen religiöse Fundamentalisten. Sorge bereite vor allem die parteiübergreifende Fraktion evangelikaler Politiker im Kongress, die über immer mehr Einfluss verfüge.

Die jährliche LGBT-Parade in São Paulo, die als eine der größten weltweit gilt, fand zum 21. Mal statt. Im vergangenen Jahr wurden in Brasilien einer LGBT-Organisation zufolge über 340 Menschen aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung ermordet.