Gedenken an Hiroshima und Nagasaki

Gedenken an Hiroshima und Nagasaki
Mit mehreren Gedenkveranstaltungen ist am Wochenende in Berlin an die mehr als 200.000 Opfer der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 72 Jahren erinnert worden.

Am Samstag wurde an der Weltfriedensglocke im Berliner Volkspark Friedrichshain mit einer Nacht der Kerzen ein "Zeichen für das Leben gesetzt", wie es hieß. Am Sonntagvormittag versammelten sich an der Glocke Friedensaktivisten zum gemeinsamen Läuten, Gedenken und Mahnen. Dazu eingeladen hatten unter anderem die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), das Deutsch-Japanische Friedensforum und der Deutsche Friedensrat.

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Bischof Kramer
Anlässlich des Gedenktags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki hat der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, eine Welt ohne Atomwaffen gefordert.
75. Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima
"Sündenfall" heißt es, wenn etwas Entsetzliches das erste Mal passiert. Für den Berliner Bischof Christian Stäblein sei der Abwurf der Atombombe über Hiroshima genau das gewesen. Zusammen mit anderen führenden Geistlichen spricht er sich für eine Welt ohne Atomwaffen aus.


Für Sonntagabend luden IPPNW und die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Dahlem zudem zu einem "Hiroshimakonzert" in die Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem ein. Die Schirmherrschaft hatte die japanische Botschaft in Deutschland.

Bis heute lägen etwa 15.000 Kernwaffen in den Arsenalen der Atomwaffenstaaten, hieß es vonseiten der Veranstalter. Das seien zwar erheblich weniger als zu Hochzeiten des Kalten Krieges, aber immer noch genug, um alles menschliche Leben auszulöschen. Es zeichne sich keine Abrüstung auf null ab. 

Ein großer Erfolg im Kampf gegen eine nukleare Katastrophe sei zwar das vor einem Monat von den Vereinten Nationen beschlossene internationale Verbot von Atomwaffen, das von 122 Staaten unterzeichnet wurde. Die Atommächte und ihre Verbündeten, die an der atomaren Abschreckung festhalten wollen, boykottierten allerdings die Verhandlungen - auch die Bundesregierung.

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) nannte die Haltung der Bundesregierung beschämend. "Wir hoffen, dass sich das nach der Bundestagswahl ändert", hieß es.

Am 6. August 1945 warfen US-amerikanische Bomber über dem japanischen Hiroshima eine Atombombe ab und zerstörten die Stadt komplett. Der Hitzeblitz tötete sofort mehrere Zehntausend Menschen, die folgende Druckwelle und Strahlen töteten und verletzten viele weitere. Bis Ende 1945 starben durch die Atombombe etwa 140.000 Menschen. Drei Tage später, am 9. August 1945, wurde die Stadt Nagasaki durch eine weitere Atombombe zerstört. Hier starben etwa 70.000 Menschen. Die Berliner Weltfriedensglocke war 1989 auf Initiative der japanischen World Peace Bell Association aufgestellt worden.