Bund finanziert weiter Berliner Forschungsstelle Entartete Kunst

Bund finanziert weiter Berliner Forschungsstelle Entartete Kunst
Die Forschungsstelle Entartete Kunst an der Freien Universität Berlin wird auch im kommenden Jahr vom Bund finanziert. "Es ist mir wichtig, dass die Forschungsstelle Entartete Kunst mit Hilfe des Bundes auch 2018 ihren Beitrag zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Kunstpolitik leisten kann", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag in Berlin.

Die Forschungsstelle sei inzwischen unverzichtbar für die Herkunftsforschung und eine Bereicherung für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Grütters finanziert die Forschungsstelle aus ihrem Etat bereits seit 2016, nachdem deren Förderung durch die Ferdinand-Möller-Stiftung Ende 2015 beendet worden war. Als Voraussetzung nannte sie damals, dass das Land Berlin für das Projekt im Rahmen der Hochschulvertragsverhandlungen für eine gesicherte Finanzierung ab 2019 sorgt.

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) muss sich nach Ansicht ihres Kulturbeauftragten Johann Hinrich Claussen intensiver mit ihren Kunstgegenständen aus der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.
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"Nicht völkisch genug" sagten die Nationalsozialisten über Künstler wie Franz Marc, dessen Bilder (l. Der Tiger,1912) und (r. Liegender Hund im Schnee, 1911) 2015 im Städel Museum in Frankfurt gezeigt wurden.
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Das ist laut Grütters jetzt gelungen. So werde die auch international hoch angesehene Wissenschaftseinrichtung auch zukünftig Forschungsbeiträge zur Aufklärung, zum Verbleib und zum Umgang mit der sogenannten Entarteten Kunst leisten können, erklärte die Kulturstaatsministerin.

Die Forschungsstelle wurde 2003 auf Initiative der Ferdinand-Möller-Stiftung gegründet und ist Anlaufstelle für Provenienzforscher, Museumsleute und Privatsammler. Im Zentrum der Forschungen stehen die Auswirkungen der Beschlagnahme von Kunstwerken in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937.