Solange es Atomwaffen gibt, sind wir in Gefahr
Einen Tag vor der feierlichen Verleihung des Friedensnobelpreises hat die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen" (Ican) weitere internationale Unterstützung für nukleare Abrüstung angemahnt.
Ican-Direktorin Beatrice Fihn sagte am Samstag in Oslo, solange es Atomwaffen gebe, sei die Menschheit in Gefahr. Der mit umgerechnet etwa 945.000 Euro dotierte Friedensnobelpreis wird am Sonntag in der norwegischen Hauptstadt an Ican verliehen.
Die 85-jährige Hiroshima-Überlebende Setsuko Thurlow sagte am Samstag in Oslo: "Kein Volk sollte das erleiden, was wir erlitten haben." Mit Blick auf die heutigen neun Atommächte sagte Thurlow, die den Atombombenabwurf der USA auf die japanische Stadt im August 1945 als 13-jähriges Mädchen erlebt hatte, dass die Welt ein noch gefährlicherer Ort geworden sei. Fihn und Thurlow werden den Friedensnobelpreis am Sonntag gemeinsam entgegen nehmen.
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Anlässlich des Gedenktags der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki hat der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, eine Welt ohne Atomwaffen gefordert.
Im Juni 1996 begannen Aktivistinnen und Aktivisten der Friedensbewegung am Fliegerhorst in Büchel in der Eifel mit ihren Protesten für eine atomwaffenfreie Welt. Auch 25 Jahre später sind sie nicht müde geworden.
Ican war maßgeblich an der Verständigung auf ein Abkommen bei den Vereinten Nationen für ein Atomwaffenverbot im Juli beteiligt. Der Grundstein für die "Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen" war im australischen Melbourne gelegt worden, ehe Ican offiziell im April 2007 in Wien an den Start ging. Heute umfasst das Netzwerk mit Hauptsitz in Genf 468 Organisationen in rund 100 Ländern, darunter die "Internationalen Ärzte für die Verhütung eines Atomkriegs" (IPPNW).
Der Friedensnobelpreis ist die höchste Auszeichnung für Friedensbemühungen weltweit. Gestiftet wurde er von dem schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896). In diesem Jahr ist die Auszeichnung mit neun Millionen Kronen (etwa 945.000 Euro) dotiert.