Erzbischof für Familiennachzug
Der Berliner Erzbischof Heiner Koch plädiert dafür, dass Flüchtlinge ihre Familien nach Deutschland holen können.
"Ich bin dafür, dass Familien zusammenkommen, das ist entscheidend für eine gelingende Integration", sagte der katholische Theologe der "Berliner Morgenpost" (Sonntag). "Wenn die Menschen hierbleiben, wird auf Dauer eine Integration ohne die Familien nicht möglich sein." Die Familie habe in den Herkunftsländern der meisten Flüchtlinge eine viel größere Bedeutung als in Deutschland.
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Keine Eltern, kein Zuhause, keine Identität: Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Alfred Schalkau als 9-jähriger von seiner Familie getrennt. Er war eines von rund 25.000 "Wolfskindern", die durch das zerstörte Osteuropa irrten.
Die Polizei wollte am Mittwoch in Schwerin zwei junge Afghanen abschieben und hat wegen einer Gefährdungslage das Kirchenasyl in der evangelischen Petrusgemeinde gebrochen. Scharfe Kritik kommt vom Flüchtlingsrat und der Nordkirche.
Integration müsse ein wichtiges Anliegen bleiben, sagte der Erzbischof. Dafür seien jedoch "Zeit, Geduld und auch Geld" nötig. Vor allem im Bildungsbereich und bei den Ordnungs- und Sicherheitskräften müsse deshalb in Personal investiert werden, forderte Koch: "Integration ist eine Sache von Jahren, vielleicht von Jahrzehnten."