Digitalisierung des Uwe Johnson-Archivs abgeschlossen

Uwe-Johnson-Archiv

Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Innerhalb der letzten zwei Jahre sei jeder Entwurf, jedes Typoskript und jeder Brief, den der Schriftsteller aufbewahrt hat, gescannt und digital archiviert worden, sagte Holger Helbig.

Digitalisierung des Uwe Johnson-Archivs abgeschlossen
Die Digitalisierung des rund 77.500 Blatt umfassenden Archivs von Uwe Johnson (1934-1984) ist abgeschlossen. Innerhalb der letzten zwei Jahre sei jeder Entwurf, jedes Typoskript und jeder Brief, den der Schriftsteller aufbewahrt hat, gescannt und digital archiviert worden, sagte der Leiter der Arbeitsstelle "Uwe Johnson-Werkausgabe", Holger Helbig, am Montag in Rostock.

Die Fertigstellung des Projekts sei "einer der Meilensteine der Uwe Johnson-Werkausgabe", die als Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Rostock entsteht. Die Qualität der Scans sei mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des Editionsvorhabens ungewöhnlich hoch angesetzt worden. Zudem hätten alle Scans eine automatische Texterkennung durchlaufen, deren Ergebnisse nun in verschiedenen Formaten für die Weiterverarbeitung in der Werkausgabe zur Verfügung stehen. In Buchform erscheint die auf 22 Bände in 43 Teilbänden angelegte historisch-kritische Rostocker Ausgabe der Werke, Schriften und Briefe Uwe Johnsons im Suhrkamp Verlag.

Als erstes Buch wurden im Frühjahr 2017 "Mutmaßungen über Jakob" publiziert. Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern) geboren und zählt zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. 1945 war er mit seiner Familie nach Mecklenburg gekommen und studierte von 1952 bis 1954 in Rostock Germanistik. 1959 zog er nach West-Berlin. In der DDR wurde er zur "unerwünschten Person" erklärt, und sein Hauptwerk "Jahrestage" durfte dort nicht erscheinen. Johnson starb 1984 in England.

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