Diakoniepräsident Lilie: Pflege-Billig-Anbieter an die Kandare nehmen
Diakoniepräsident Ulrich Lilie dringt auf eine bessere Bezahlung von Pflegekräften. Das Problem seien "die Billig-Anbieter, die müssen wir wirklich jetzt an die Kandare nehmen und dafür sorgen, dass sie auch anständig bezahlen", sagte Lilie dem Radiosender SWR2. Die Bezahlung sei Bedingung dafür, dass Arbeit in der Pflege attraktiv bleibt.
Lilie sprach sich laut am Freitag vorab veröffentlichten Interviewauszügen für einen Flächentarifvertrag aus. Dabei sei der evangelische Wohlfahrtsverband mit der Dienstleistungsgesellschaft ver.di einer Meinung. Für eine bessere Bezahlung in der Branche sei eine neue Mischfinanzierung notwendig, an der sich auch die Krankenkassen beteiligen müssten. Überschüsse sollten in die Pflege transferiert werden. Auch sei über den Einsatz von Steuergeld oder andere zusätzliche Finanzquellen nachzudenken.
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Sie arbeiten da, wo es wehtut. Sie bemühen sich um Menschen, die nicht besucht werden dürfen. Ein Besuch bei drei Pflegediakonen.
Seit Ende Februar werden Caritas und Diakonie von Vertretern der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di scharf kritisiert. Im Kern geht es darum, dass der geplante Tarifvertrag in der Altenpflege nicht zustande kam - weil Vertreter der Caritas dem Tarifvertrag nicht zugestimmt haben.
Die von der Bundesregierung angekündigten 8.000 neuen Stellen nannte der Diakoniepräsident "Symbolpolitik". Dem stünden nur ungefähr 3.000 Arbeitsuchende in der Pflege gegenüber. Ziel müsse eine nachhaltige Finanzierung der Pflege sein, denn schon heute könne ein Drittel der Menschen diese Kosten nicht mehr bezahlen. Ebenso sei der Pflegeberuf so attraktiv zu machen, "wie dieser schöne Beruf es verdient".