Foto: epd-bild / Christopher Franken
Kippot (Kopfbedeckung für die Männer, sing. Kippa) in der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln. Am Mittwoch gibt es bei der Kundgebung " Berlin trägt Kippa" in Berlin auch für Frauen die sonst von Männern getragene jüdische Kopfbedeckung.
Angemeldet sind etwa 1.000 Teilnehmer. Als Redner werden Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der Gemeindevorsitzende Gideon Joffe und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, erwartet.
Auch in anderen deutschen Städten werden Solidaritätsaktionen für jüdische Bürger vorbereitet. Hintergrund ist der gewalttätige Übergriff auf zwei Kippa tragende Männer am vergangenen Dienstag in Berlin-Prenzlauer Berg. Gegen den mutmaßlichen Täter, einen 19-jährigen palästinensischen Syrer, wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.
Bei der Kundgebung in Berlin werde auch an Frauen die sonst von Männern getragene jüdische Kopfbedeckung verteilt, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Jüdischen Gemeinde, Sigmount Königsberg. "Es geht in diesem Fall nicht um die streng religiöse Auslegung, sondern um ein Zeichen der Solidarität."
Unterstützt wird der der Berliner Kundgebungsaufruf von einer Vielzahl Organisationen und Initiativen aus Politik und Gesellschaft, darunter die evangelische Landeskirche, das Erzbistum Berlin, die israelischen Botschaft und das Berliner Abgeordnetenhaus.
Der Freistaat Thüringen ruft ebenfalls für Mittwoch zu der Demonstration "Thüringen trägt Kippa" auf. Der Stadtkämmerer von Frankfurt am Main, Uwe Becker (CDU), hat angekündigt, am 14. Mai unter dem Motto "Zeig' Gesicht und Kippa" aus Solidarität einen ganzen Tag lang eine Kippa zu tragen.
Die Solidaritätskundgebung "Berlin trägt Kippa" beginnt am Mittwoch, 28. April, um 18 Uhr vor dem Jüdischen Gemeindehaus, Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin
"Thüringen trägt Kippa" soll ebenfalls am Mittwoch um 10.30 Uhr an der Mikwe bei der Krämerbrücke starten.