700 Migranten erstürmen Grenzzaun von Ceuta

Migranten stürmen Grenzzaun von Ceuta

Foto: Guardia Civil/dpa

Sebstgebauten Flammenwerfer der auf dem Boden neben dem Grenzzaun liegt. Die Migranten hätten die Beamten unter anderem mit selbstgebauten Flammenwerfern und mit Branntkalk, der beim Kontakt mit der Haut gefährliche Verätzungen verursacht, attackiert.

700 Migranten erstürmen Grenzzaun von Ceuta
Mehr als 700 Menschen haben am Donnerstagmorgen den Grenzzaun der spanischen Nordafrika-Enklave Ceuta überwunden.

Die spanische und die marokkanische Polizei hätten über eine Stunde lang versucht, die Aktion zu unterbinden, berichtete die spanische Tageszeitung "El País" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf die spanische Polizei. Das Rote Kreuz habe 132 Migranten und 22 Polizisten behandelt.

Dem Bericht zufolge hatten die Flüchtlinge mit Bolzenschneidern die Grenzzäune aufgeschnitten und die Beamten erstmals bei solch einer Erstürmung des Zaunes mit selbst gebauten Flammenwerfern und Branntkalk angegriffen. Branntkalk führt beim Kontakt mit der Haut zu Verätzungen.

Mehr zu Grenzen
migranten_auf_dem_mi_76245087.jpg
Die geplante Reform des EU-Asylrechts bleibt umstritten. Die Bundesregierung verteidigt sie auch mit dem Argument, dass ohne eine Änderung für Schutzsuchende die Situation schlecht bleibt. Nichtregierungsorganisationen sehen das anders.
Gebäudefassade des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin
700 Jurist:innen prangern in einem offenen Brief die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung an. Die geplanten massiven Verschärfungen bei den Asylverfahren schüfen einen Zustand der Rechtlosigkeit.

Die Grenze Ceutas zu Marokko ist 8,4 Kilometer lang und mit einem doppelten und mehr als sechs Meter hohen Zaun gesichert.

Die Flüchtlinge hätten sich nach dem Grenzübertritt zum Aufnahmelager in der Stadt begeben. Dem Bericht zufolge nahm die spanische Polizei bei der Aktion aber auch mehrere Migranten noch am Fuße des Zauns fest und schickte sie nach Marokko zurück. Solche sogenannten Push-Back-Abschiebungen sollte es laut einer Ankündigung der spanischen Regierung eigentlich nicht mehr geben, weil dabei nicht geprüft werden kann, ob es sich um Kriegsflüchtlinge mit einem Asylanspruch handelt.

Die Grenze Ceutas zu Marokko ist 8,4 Kilometer lang und mit einem doppelten und mehr als sechs Meter hohen Zaun gesichert. Der spanische Innenminister Fernand Grande-Marlaska hatte nach seiner Ernennung im Juni angekündigt, dass er den rasiermesserscharfen Stacheldraht an den Zäunen entfernen wolle.