Ökonomen kritisieren bayerische Grenzkontrollen

Ökonomen kritisieren bayerische Grenzkontrollen
Ökonomen und die deutsche Wirtschaft warnen vor wirtschaftlichen Schäden bei länger anhaltenden Grenzkontrollen in Bayern. Die Antwort auf zunehmende Migrationsbewegungen "sollte keinesfalls in nationalen Alleingängen und der Einschränkung des Binnenmarktes liegen", heißt es in einem Schreiben von Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, aus dem die "Rheinischen Post" (Samstag) zitierte.

Längere Warte- und Abfertigungszeiten würden zu höheren Personal- und Lagerkosten führen und steigende Preise sowie eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit nach sich ziehen.

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Auch der Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Felbermayr vom Münchner ifo Institut forderte ein Ende der Grenzkontrollen. "Die innereuropäischen Kontrollen und ihre von der CSU angedachte weitere Verschärfung sind eine volkswirtschaftliche Belastung", sagte er der Zeitung: "Wir sollten möglichst schnell aussteigen." Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, erklärte ebenso, Grenzkontrollen seien unwirksam und schädlich und sollten daher abgeschafft werden.