Diakonie-Präsident will Anreizsystem für Flüchtlingsaufnahme

Diakonie-Präsident will Anreizsystem für Flüchtlingsaufnahme
Diakonie-Präsident Ulrich Lilie hat sich für ein europaweites Anreizsystem für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. "Regionen, in denen Menschen über eine gemeinsame Quotenregelung aufgenommen werden, muss die EU mit besonderer Förderung unterstützen", sagte Lilie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Denkbar seien Fördermaßnahmen, die der Infrastruktur, der Bildung oder der medizinischen Versorgung zugutekämen.

Sanktionen für Staaten, die sich verweigerten, lehnte Lilie ab. "Die, die Teil der Lösung sind, die sollten belohnt werden." Das überzeuge möglicherweise diejenigen, "die aus kurzfristigen oder populistischen Motiven Nein sagen, am ehesten".

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Der Diakonie-Präsident forderte mehr Realitätssinn und klare Aussagen in der Flüchtlingsdebatte. Es müsse deutlich gemacht werden, dass nicht alle aufgenommen werden könnten, sagte er. "Wir müssen aber auch Formen der Verteilung finden, die im realen Leben Akzeptanz finden." Aus seiner Sicht seien "Schreibtischlösungen nicht überzeugend", nötig sei vielmehr "eine gesamteuropäische Lösung". Staaten mit EU-Außengrenzen müssten entlastet werden, forderte Lilie: "Das muss über eine vernünftige Verteilung geschehen."