EKD-Kulturbeauftragter diskutiert mit AfD über Integration

Johann Hinrich Claussen diskutiert mit der AfD.

© epd-bild/Norbert Neetz

Auch der Kulturbeauftragte der EKD, Johann Hinrich Claussen, will sich als Vertreter der Initiative der Podiumsdiskussion mit der AfD stellen.

EKD-Kulturbeauftragter diskutiert mit AfD über Integration
Vertreter der "Initiative kulturelle Integration", darunter der Kulturbeauftragte der evangelischen Kirche, wollen am kommenden Montag mit der AfD über das Zusammenleben im pluralen Deutschland diskutieren. Auf Einladung der AfD-Bundestagsfraktion soll es ein Streitgespräch über Integration geben.

Die Initiative hatte im vergangenen Jahr 15 Thesen über "Zusammenhalt in Vielfalt" vorgelegt, die Grundwerte der Gesellschaft in Deutschland betonen und dies als Grundlage für ein friedliches Miteinander sehen. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, wollen sich als Vertreter der Initiative der Podiumsdiskussion stellen.

Mit ihnen debattieren werden der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Marc Jongen, und der medienpolitische Sprecher, Martin Renner. "Wir haben die Thesen für den Zweck verfasst, dass sie diskutiert werden", sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die AfD habe eine ausführliche Stellungnahme dazu verfasst und zum Gespräch eingeladen. "Diese Einladung sollten wir annehmen", sagte Claussen. "Nun können wir die Kritik hören und selbst kritische Rückfragen stellen."

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Der Umgang mit der AfD und Veranstaltungen unter Beteiligung von Parteivertretern sind in der evangelischen Kirche umstritten. Der evangelische Kirchentag hatte kürzlich beschlossen, keine Vertreter der Partei zu Podiumsdiskussionen des Christentreffens im nächsten Jahr in Dortmund einzuladen.

Das "Setting" der geplanten Diskussion am Montag findet Claussen dagegen sinnvoll. "Es scheint offenkundig, dass Teile der Partei rechtsextremistische Positionen vertreten", sagte er. Das könne aber nicht heißen, "dass wir uns der politischen Auseinandersetzung verweigern". "Ich habe das Vertrauen, dass auch hier demokratischer Diskurs gelingen kann", betonte der Theologe. Zudem sagte er: "Unsere Gesellschaft krankt in meinen Augen daran, dass sich viele Gruppierungen nur in ihren eigenen Gesprächskreisen bewegen. Daran kann die evangelische Kirche kein Interesse haben."