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"Elektronische Musik bringt Menschen zusammen. Für mich ist die Techno-Szene auch so etwas wie eine Glaubensgemeinschaft", betonte Tresor-Gründer und Mitveranstalter Dimitri Hegemann.
Techno in der Kirche: DJ und Christen erinnern an 9. November
Der Techno-Club Tresor und eine Berliner Kirchengemeinde kooperieren: Am Freitag will der US-amerikanische DJ, Komponist und Prediger Robert Hood in der St. Thomas-Kirche in Berlin-Kreuzberg an zwei bedeutsame Ereignisse der deutschen Geschichte erinnern.
Anlässlich des 9. Novembers werde er eine Gastpredigt halten und Musik auflegen, teilte der Kirchenkreis Berlin Stadtmitte am Mittwoch mit. Dabei soll Bezug auf die Pogromnacht vor 80 Jahren und den Mauerfall 1989 genommen werden.
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Vor 85 Jahren gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung über. Am Donnerstag erinnerte der Zentralrat der Juden an die Gewaltexzesse. Kanzler Olaf Scholz sicherte der jüdischen Gemeinschaft Schutz zu.
An den 85. Jahrestag des Gedenkens an die Novemberpogrome am 9. November erinnern die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Annette Kurschus und die Präses der Synode der EKD, Anna-Nicole Heinrich.
"Elektronische Musik bringt Menschen zusammen. Für mich ist die Techno-Szene auch so etwas wie eine Glaubensgemeinschaft", betonte Tresor-Gründer und Mitveranstalter Dimitri Hegemann. Die Pfarrerin der St. Thomaskirche, Friederike von Kirchbach, begründete die ungewöhnliche Veranstaltung mit den Worten: "Mit dieser speziellen Andacht wollen wir eine Zielgruppe ansprechen, die man sonst mit den Botschaften des 9. Novembers nur schwer erreicht", so Kirchbach. Dafür brauche es eine andere Form. "Ein Techno-Prayer, eine Andacht mit Techno-Musik zu feiern, ist eine Möglichkeit", erklärte die Theologin.