ZdK-Präsident fordert zügiges Handeln gegen Missbrauch

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

Foto: Marius Becker/dpa

Thomas Sternberg dringt auf eine zügige Reaktion auf den Missbrauchsskandal.

ZdK-Präsident fordert zügiges Handeln gegen Missbrauch
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, dringt auf eine zügige und konsequente Reaktion auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.

"Es ist jetzt und nicht irgendwann die Zeit zum Handeln!", mahnte Sternberg bei der Vollversammlung der katholischen Laienorganisation am Freitag in Bonn. Das Zentralkomitee tagt bis Samstag zu aktuellen Themen, darunter gerechte Pflege, Populismus und der 3. Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt.

Sternberg plädierte erneut für den Aufbau einer unabhängigen Kommission, die die Aufarbeitung und Prävention in den 27 Diözesen kontrollieren soll. Zudem forderte er die Errichtung einer unabhängigen kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit und die Übergabe der noch nicht verjährten Straftaten oder Beschuldigungen an die Staatsanwaltschaften und die öffentliche Gerichtsbarkeit.

"Wenn sich in der nächsten Zeit nicht Entscheidendes und Einschneidendes tut, wer soll denn dann noch von der katholischen Kirche erwarten, dass sie sich ändern kann, dass sie sündhafte, für unermessliches Leid mitverantwortliche Strukturen erkennen und sich aus ihnen befreien kann?", fragte Sternberg. Darüber hinaus regte er einen Strukturwandel an, bei dem alle Gläubigen - Männer und Frauen - Verantwortung übernehmen können. Auch die restriktive Sexualmoral der katholischen Kirche müsse sich wandeln, forderte Sternberg.

Mehr zu Missbrauch
Am 14. Februar ist Aschermittwoch. Und es ist Valentinstag. Und es ist der 19. Tag nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie. Zeit, sich diese Gleichzeitigkeiten aus queerer Perspektive genauer anzuschauen.
Bischöfin Nora Steen im Talar
Seit 100 Tagen ist die evangelische Bischöfin für den Sprengel Schleswig und Holstein, Nora Steen, im Amt. Im Gespräch erklärt die 47-Jährige, welche Schritte die Nordkirche nach den Ergebnissen der Missbrauchsstudie gehen muss.


Ende September hatten Wissenschaftler auf der Herbstvollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in Fulda eine Studie zum sexuellen Missbrauch durch katholische Amtsträger zwischen 1946 und 2014 veröffentlicht. Demnach wurden 3.677 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs, 1.670 Kleriker sind der Taten beschuldigt.