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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sieht die Hauptursache der steigenden Judenfeindlichkeit im wachsenden Rechtspopulismus, auch in Deutschland.
Bei Antisemitismus sei es nötig, "nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen", betonte Schuster. Anlass ist eine Umfrage der EU-Agentur für Grundrechte, derzufolge sich ein Großteil der jüdischen Bevölkerung in Europa besorgt über wachsenden Antisemitismus zeigt.
Schuster sagte, er hoffe, dass mit der Veröffentlichung der Studie ein Ruck durch die europäischen Staaten gehe: "Antisemitismus ist kein Nischenproblem, es ist ein Problem, das sich in vielen europäischen Ländern festgesetzt hat." Antisemitismus gebe auch Auskunft über den Stand der demokratischen Verhältnisse.
Als die Hauptursache der steigenden Judenfeindlichkeit nannte Schuster den wachsenden Rechtspopulismus auch in Deutschland. Dazu zählt aus seiner Sicht auch der Einzug der AfD in den Bundestag. Schuster bezeichnete sie als Partei, die zumindest rechtsextremes Gedankengut in ihren eigenen Reihen dulde.
Zudem forderte Schuster, Zuwanderern aus arabischen Ländern klarzumachen, "welche Werte in unserer Gesellschaft Geltung haben". Dazu gehöre, dass Antisemitismus nicht geduldet werde und das Existenzrecht Israels nicht infrage stehe.