Schuster fordert Einschreiten in Fällen von Antisemitismus

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster,

© epd-bild/Daniel Peter

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sieht die Hauptursache der steigenden Judenfeindlichkeit im wachsenden Rechtspopulismus, auch in Deutschland.

Schuster fordert Einschreiten in Fällen von Antisemitismus
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert ein konsequentes Einschreiten der Bürger in Fällen von Antisemitismus. Er erwarte das Selbstbewusstsein von Einzelnen zu sagen, so gehe es nicht, sagte Schuster am Dienstag dem Radiosender NDR Info. "Dazu bedarf es ganz erheblicher Anstrengungen, etwa die Weiterbildung von Lehrkräften."

Bei Antisemitismus sei es nötig, "nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen", betonte Schuster. Anlass ist eine Umfrage der EU-Agentur für Grundrechte, derzufolge sich ein Großteil der jüdischen Bevölkerung in Europa besorgt über wachsenden Antisemitismus zeigt.

Schuster sagte, er hoffe, dass mit der Veröffentlichung der Studie ein Ruck durch die europäischen Staaten gehe: "Antisemitismus ist kein Nischenproblem, es ist ein Problem, das sich in vielen europäischen Ländern festgesetzt hat." Antisemitismus gebe auch Auskunft über den Stand der demokratischen Verhältnisse.

Mehr zu Antisemitismus
junge Menschen von Fridays for Israel stehen vor dem Eingang der Mensa der Freien Universität Berlin.
Der Angriff auf einen jüdischen Studenten der Freien Universität Berlin schlägt weiter hohe Wellen. In Bezug auf die Forderung des Zentralrats der Juden sieht die Hochschule ihre Möglichkeiten als begrenzt an.
Buchstaben fliegen aus leuchtendem Buch
Durch bestimmte Worte in der deutschen Sprache werden antijüdische Vorstellungen fortgeschrieben. Davon ist der Beauftragte für den christlich-jüdischen Dialog in der evangelischen Landeskirche in Bayern, Axel Töllner, überzeugt


Als die Hauptursache der steigenden Judenfeindlichkeit nannte Schuster den wachsenden Rechtspopulismus auch in Deutschland. Dazu zählt aus seiner Sicht auch der Einzug der AfD in den Bundestag. Schuster bezeichnete sie als Partei, die zumindest rechtsextremes Gedankengut in ihren eigenen Reihen dulde.

Zudem forderte Schuster, Zuwanderern aus arabischen Ländern klarzumachen, "welche Werte in unserer Gesellschaft Geltung haben". Dazu gehöre, dass Antisemitismus nicht geduldet werde und das Existenzrecht Israels nicht infrage stehe.