Religionen leisten Beitrag zum Frieden

Symbole der drei monothestischen Weltreligionen, hier an einem Zaun in Haifa, Israel

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Symbole der drei monothestischen Weltreligionen

Religionen leisten Beitrag zum Frieden
Alle Religionen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gehören nach Ansicht des evangelischen Nürnberger Regionalbischofs Stefan Ark Nitsche zu Deutschland.

Sie leisteten einen unverzichtbaren Beitrag zum Frieden, denn engagierte Menschen jeder Religion und Konfession versuchten gemeinsam die Zivilgesellschaft mitzugestalten, sagte Nitsche am Montagabend in Nürnberg bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Gehört das Christentum (noch) zu Deutschland?". Als Beispiel nannte er die Vesperkirche in Nürnberg. Dort würden Hunderte Ehrenamtliche bis zu 600 Essen an Menschen unabhängig von Herkunft oder Religion ausgeben.

Rabbinerin Esther Jonas-Märtin berichtete von ihren Erfahrungen aus der religionsfernen Gesellschaft der ehemaligen DDR. Die Menschen gingen zwar aus Tradition an Weihnachten in die Kirche, es fände aber keine gelebte Religion statt. "Es ist wichtig, das Leben wieder mit der Religion zu verknüpfen", sagte die Leiterin des Lehrhauses in Leipzig, in dem Menschen die jüdische Tradition gemeinsam erlernen können.

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Karneval und Motivwagen - hier im Bild der "Toleranzwagen der Religionen" aus dem Jahr 2019.
Mit einem gemeinsamen Toleranzwagen sind Christen, Juden und Muslime wieder beim diesjährigen Rosenmontagszug in Düsseldorf dabei. Es sei wichtig, gerade nach den furchtbaren Ereignissen des 7. Oktobers ein Zeichen der Toleranz zu setzen.

Der Islamwissenschaftler Nevfel Cumart warf als Außenstehender einen Blick auf die beiden Großkirchen. Er diagnostizierte, dass manche Haltungen der Kirche für junge Menschen nicht mehr nachvollziehbar erschienen. Im Gegensatz dazu sei der Islam mit seinen fünf Gebeten am Tag eine viel handlungsorientiertere Religion. Michael Bauer vom Humanistischen Verband Deutschland erinnerte, dass das Rechtssystem auf die Gesellschaft der 1950er Jahre zugeschnitten sei und die Großkirchen bevorteile. Ein Staat solle jedoch alle Gruppierungen gleichbehandeln. "Das Christentum gehört neben allen anderen Religionen und Weltanschauungen zu Deutschland", bilanzierte er: "Nicht mehr und nicht weniger."

Die Veranstaltung des Evangelischen Bunds Bayern und der evangelischen Stadtakademie fand zur sogenannten "Lutherstunde" statt. Am 18. Februar 1546 starb der Reformator Martin Luther in Eisleben.