Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz

Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz
Etwa 1.300 Menschen haben am Samstag in Chemnitz gegen einen Aufmarsch der Jugendorganisation der NPD "Junge Nationalisten" protestiert. Der rechtsextreme Aufzug stand unter dem Motto "Tag der deutschen Zukunft" und zog nach Polizeiangaben etwa 270 Teilnehmer an.

Die Polizei sprach am frühen Nachmittag von einem weitgehend störungsfreien Verlauf. Vereinzelt gab es aus den Reihen der Gegendemonstranten Glasflaschenwürfe und wurden Böller gezündet.

Zu den Gegenprotesten hatten das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" und der Studentenrat Chemnitz aufgerufen. Versuche der Gegendemonstranten, den rechten Aufzug zu blockieren, wurden von den Polizei unterbunden. Den Rechtsextremen untersagte die Polizei, auf mitgeführten Trommeln im Laufen einen Marschrhythmus zu trommeln.

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Zeitgleich zu den beiden Demonstrationen fand in der Chemnitzer Innenstadt ein Familienfest zum Kindertag statt. Unter den Besuchern waren auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Chemnitz Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Auf dem Programm des Familientages standen zahlreiche Aktionen von Vereinen, Verbänden sowie privaten und städtischen Veranstaltern.

Chemnitz stand 2018 im bundesweiten Fokus. Nach einer tödlichen Messerattacke Ende August waren mehrfach Tausende Rechtsextreme durch die Stadt gezogen. Bei den Demonstrationen kam es zum Teil zu gewalttätigen Ausschreitungen.