Präsenztagung abgesagt - EKD-Synode jetzt digital

© epd-bild/Jens Schulze

Wegen Corona-Fall
Präsenztagung abgesagt - EKD-Synode jetzt digital
Es hätte eigentlich das erste Treffen in Präsenz in der neuen Amtsperiode des evangelischen Kirchenparlaments werden sollen. Stattdessen findet die Jahrestagung der Protestanten nun erneut nur digital statt.

Der Grund dafür ist die verschlechterte Corona-Situation in Deutschland und eine Corona-Infektion, die während einer vorgelagerten Gremiensitzung in Bremen aufgetreten ist, wie die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag mitteilte.

Nur wenige Stunden vor dem geplanten Beginn mussten die Präsidien die Synoden-Sitzungen in Bremen absagen. Teilnehmende sowie Medienvertreter wurden aufgerufen, nicht nach Bremen zu reisen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und bedauern diesen Schritt sehr, sehen aber keine andere Möglichkeit, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen", sagte die EKD-Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich. Es ist die erste Synodentagung unter ihrer Leitung. Die 25-Jährige war im Mai ins Amt gewählt worden.

Der Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin, Lukas Fuhrmann, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), es handele sich um eine in Eigenverantwortung getroffene Entscheidung der EKD, mit der man in Bremen sehr einverstanden sei.

Auf der Tagesordnung der EKD-Synode stehen Wahlen für die Leitungsämter der evangelischen Kirche, sowohl für den 15 Mitglieder zählenden Rat wie auch den Ratsvorsitz. Diese müssen nun digital erfolgen. Der bisherige Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm will das Amt nach sieben Jahren an der EKD-Spitze abgeben.

Nach Informationen des epd wurde ein Teilnehmer der Sitzung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die am Donnerstag stattgefunden hatte, positiv auf das Coronavirus getestet. Die am Freitagmorgen positiv getestete Person sowie rund 30 Kontaktpersonen haben den Tagungsort verlassen, darunter viele leitende Geistliche der 20 evangelischen Landeskirchen.

Am Freitagnachmittag sowie am Samstag hätten sich die Vertreter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Bremen zu ihrer Generalsynode treffen sollen, bevor am Sonntagmorgen der Eröffnungsgottesdienst für die viertägige Synode der EKD gefeiert werden sollte. Die Generalsynode soll stattdessen am Samstag tagen - ebenfalls rein digital, wie eine Sprecherin mitteilte. Zudem soll die Tagungsordnung gekürzt werden.

Einige Delegierte, die sowohl der VELKD-Generalsynode als auch der EKD-Synode angehören, waren ebenfalls schon am Freitag angereist und mussten sich postwendend auf den Rückweg machen. Zu ihnen zählte auch der Superintendent des Kirchenkreises Buxtehude, Martin Krarup. "Es ist natürlich schade, dass wir nun wieder nicht in Präsenz tagen können", sagte er kurz vor seiner Abreise. Übertragen werden soll die bis Mittwoch laufende Synodentagung aus Bremen, wo sich die 128 EKD-Synodalen getroffen hätten. Die entsprechende Technik sei bereits vorhanden, hieß es.

Die Amtsperiode von Generalsynode und Synode hatte erst im Mai begonnen. Die beiden zurückliegenden Tagungen im Mai und im vergangenen November hatten ebenfalls wegen der Corona-Pandemie rein digital stattgefunden.

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Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 7. bis 10. November in Bremen. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 120 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzender des Rates der EKD ist Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 20,2 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 13.200 Kirchengemeinden.