Käßmann bekräftigt Kritik an Waffenlieferungen

Margot Käßmann

© epd-bild/Meike Boeschemeyer

Margot Käßmann hat ihre Kritik an Waffenlieferungen in die Ukraine erneuert. Sie bleibe Pazifistin – aus Überzeugung, betont die Theologin.

Deutschland und die Ukraine
Käßmann bekräftigt Kritik an Waffenlieferungen
Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann, hat ihre Kritik an deutschen Waffenlieferungen in die Ukraine bekräftigt. Nötig sei mehr Diplomatie, nicht mehr Rüstung, betont sie.

"Wer jetzt gegen schwere Waffen ist, wird als 'Lumpen-Pazifist' oder 'fünfte Kolonne Putins' diffamiert. Das kann ich nicht hinnehmen", sagte Käßmann der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (4.6.). Es sei im Moment sehr schwer, Pazifistin zu bleiben. "Ich tue es aber. Aus Überzeugung", betonte die frühere hannoversche Landesbischöfin.

"Ich wäre auch als Politiker mit solchen Aussagen ein bisschen zurückhaltender", fügte Käßmann hinzu. Umfragen zufolge seien 45 Prozent der Menschen in Deutschland für Waffenlieferungen, 45 Prozent dagegen. "Auch bei den Gottesdiensten spüre ich, dass es da eine große Irritation gibt."

Käßmann wünscht sich nach eigenen Worten stattdessen mehr Diplomatie, Verhandlungen und Druck auf einen Waffenstillstand. "Andere setzen dagegen darauf, durch mehr Waffen und einen - mir geht es kaum über die Lippen - 'höheren Blutzoll' die Verhandlungsposition zu verbessern."

Ganz bewusst habe sie den Appell gegen das Rüstungspaket der Bundesregierung unterschrieben, erklärte die Theologin: "Ich habe sieben Enkelkinder. Und ich denke, für die Zukunft ist nicht mehr Rüstung die Antwort, sondern Abrüstung, mehr Klimaschutz, mehr Investitionen in Entwicklung."

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