Hannover weitet Angebote für Obdachlose aus

Obdachlosigkeit

© epd-bild/Rolf Zoellner

Obdachlose Menschen in Hannover sollen in diesem Winter durch vermehrte Hilfsangebote und Kältebusse unterstützt werden. (Archivbild)

Mit Blick auf die Winterkälte
Hannover weitet Angebote für Obdachlose aus
Angesichts des bevorstehenden Winters und der Unsicherheiten durch die Energiekrise weitet die Stadt Hannover ihre Angebote für obdachlose Menschen erheblich aus.

Am Alten Flughafen im Norden der Stadt soll ein neuer Tagesaufenthalt für Obdachlose geschaffen werden, wie die Stadt am Freitag mitteilte. In unmittelbarer Nähe befindet sich bereits eine Notschlafstelle. In der Innenstadt sollen in den kalten Monaten zwei Nachtcafés öffnen.

Zudem sollen die Kältebusse der Caritas, der Johanniter und der Malteser mit warmen Mahlzeiten und medizinischer Versorgung an den Wochenenden durchgängig unterwegs sein. "Wir wollen obdachlosen Menschen in Hannover zeigen, dass wir sie in diesem Winter der besonderen Unsicherheit nicht allein lassen", sagte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne).

Der neue Tagesaufenthalt bietet Platz für bis zu 100 Menschen. Obdachlose Menschen können sich dort aufwärmen, warme Speisen zubereiten, kostenfrei WLAN nutzen und Gespräche mit Sozialarbeitern führen. Der Treffpunkt ist von Mitte November 2022 bis zunächst Ende März täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Angebot soll nach dem Winter auf Dauer eingerichtet werden.

Vom November bis März öffnet zudem der Kontaktladen "Mecki 2" der Diakonie hinter dem Hauptbahnhof auch nachts seine Türen. Das neue Angebot nennt sich "Café Nachtlicht". Im Stadtteil List bietet das "Café Mensch" der Obdachlosenhilfe Hannover nachts einen warmen Ort für Menschen ohne Wohnung. Dort sollen auch Lebensmittel ausgegeben werden.

Bei starken Minustemperaturen wollen die Kirchen zusätzliche Rückzugsorte für Obdachlose bieten. Ab drei Grad Celsius und kälter können Obdachlose sich zudem in der U-Bahn-Station Kröpcke aufhalten. In Hannover leben nach Schätzungen bis zu 4.000 Menschen ohne festen Wohnsitz, viele davon aus Osteuropa. Rund 500 von ihnen übernachten regelmäßig im Freien.

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