Diebe stehlen Reliquie aus Osnabrücker Dom

Ein Kreuz hängt über dem Altarraum im Osnabrücker Dom

© Friso Gentsch/dpa

Die Reliquie des katholischen Theologen Niels Stensen (1638-1686) wurde aus dem Osnabrücker Dom entwendet. Ein großer ideeller Schaden für die Kirche.

Sterbliche Überreste entwendet
Diebe stehlen Reliquie aus Osnabrücker Dom
Unbekannte haben in der vergangenen Woche einige sterbliche Überreste, eine sogenannte Reliquie, des katholischen Theologen Niels Stensen (1638-1686) aus dem Osnabrücker Dom entwendet. Der Diebstahl geschah bereits in der Nacht auf Donnerstag.

Das Reliquiar, das Behältnis für die Reliquie, habe sich in dem Sockel befunden, auf dem die Büste des 1988 seliggesprochenen Bischofs steht. Es sei im Zuge der Seligsprechung nach Osnabrück gekommen, teilte das Osnabrücker Bistum mit. Die Polizeiinspektion Osnabrück bestätigte den Diebstahl.

Durch die Tat sei ideell ein großer Schaden entstanden, sagte Domdechant Weihbischof Johannes Wübbe als Hausherr des Domes. "Niels Stensen hat eine hohe Bedeutung - als Bischof, der im Norden Deutschlands seinen Glauben durch eine authentische Lebensführung bezeugt hat und als Mann, der Naturwissenschaften und Glaube auf das beste miteinander verknüpfte."

Der Arzt und Theologe Niels Stensen versuchte Glauben und Wissenschaft zu verbinden. Der gebürtige Däne liegt in Florenz begraben.

Wübbe bat die Diebe, die Reliquie wieder zurückzugeben: "Sie würden vielen Menschen damit eine Freude machen." Nach dem Theologen und Mediziner ist ein Verbund von 14 katholischen Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen im Raum Osnabrück/Emsland benannt.

Domdechant bittet Diebe um Rückgabe 

Niels Stensen wurde in Kopenhagen geboren. Er studierte zunächst Medizin und erwarb sich später wissenschaftliche Anerkennung als Anatom und Geologe. Während eines Italienaufenthaltes wandte er sich der katholischen Kirche zu und wurde 1667 zum Bischof geweiht. Als Apostolischer Vikar in den nordischen Missionen war er kurze Zeit auch für die Region Osnabrück zuständig. Er liegt in Florenz begraben.

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