Uganda will Anti-LGBT-Gesetz überarbeiten

Ein schwuler ugandischer Mann bedeckt sich mit einer Pride Flagge

© Uncredited/AP/dpa

Homosexuelle Menschen in Uganda sollen auch nach einer Überarbeitung des Anti-LGBT-Gesetzes für sexuelle Handlungen ins Gefängnis kommen. Nur wer seine homosexuelle Identität nicht lebt, soll straffrei bleiben.

Queer und Menschenrechte
Uganda will Anti-LGBT-Gesetz überarbeiten
Das in Uganda geplante Anti-LGBT-Gesetz soll nach einem Treffen von Präsident Yoweri Museveni und Parlamentariern offenbar teilweise überarbeitet werden. Wie die ugandische Zeitung "Daily Monitor" berichtete, soll etwa die Vermietung von Räumen an homosexuelle Menschen nicht kriminalisiert werden. Zudem seien zwar weiterhin Strafen für gleichgeschlechtliche Handlungen vorgesehen, nicht aber für die Identifikation als homosexuell.

Das Treffen zwischen Präsident Museveni und den Abgeordneten fand demnach am Mittwoch statt. Im März hatte das Parlament des ostafrikanischen Landes eines der schärfsten Anti-LGBT-Gesetze weltweit verabschiedet, das schwere Strafen bis hin zu Todesstrafe vorsieht. Nach dieser Fassung wäre selbst das Wissen über homosexuelle Menschen, ohne dies den Behörden zu melden, eine Straftat.

Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss Museveni es noch unterschreiben. Das Staatsoberhaupt hetzt immer wieder gegen sexuelle Minderheiten. Der Präsident habe seine Haltung zu Homosexualität nicht geändert, sagte die Aktivistin Ruth Muganzi von der LGBT-Nachrichtenplattform "Kuchu Times" dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es sei der Arbeit von LGBT-Gruppen und internationalem Druck zu verdanken, dass das Gesetz noch nicht unterzeichnet worden sei.

Scharfe Kritik aus den Vereinten Nationen am Anti-LGBT-Gesetz Ugandas 

International ist das Gesetzesvorhaben scharf kritisiert worden, unter anderem von hochrangigen UN-Vertretern. In Uganda werden Lesben, Schwule, bisexuelle und transidente Menschen anhaltend diskriminiert und verfolgt. Nach aktueller Gesetzgebung, die aus der britischen Kolonialzeit stammt, können gleichgeschlechtliche Handlungen bereits jetzt mit langer Haft bestraft werden.

Mehr zu Uganda
Walter Kidega aus Uganda zeigt Fotos und Dokumente aus der Zeit bei der ugandischen Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA)
Auch wenn es die berüchtigte ugandische Rebellengruppe LRA so schon länger nicht mehr gibt, suchen noch immer frühere Kämpferinnen und Kämpfer Halt. Der Ex-Rebell Walter Kidega, der als Jugendlicher verschleppt wurde, hilft ihnen dabei.
Aktivistin Ssenfuka Joanita Warry
Im Mai ist in Uganda eines der schärfsten Anti-Homosexualitäts-Gesetze weltweit verabschiedet worden - mit ersten spürbaren Auswirkungen. Aktivistin Ssenfuka Joanita Warry zeigt sich besonders erschüttert über Hetze von kirchlicher Seite.