EKD verlässt ökumenische Lebensschutz-Initiative

Eröffnungsgottesdienst 2023 mit Luftballonaktion

© epd-bild/Detlef Heese

Noch dieses Jahr hatten die beiden großen Kirchen im Osnabrücker Dom die "Woche für das Leben" eröffnet mit dem katholischen Weihbischof Johannes Wübbe (re.) und der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus. 2024 wird die ökumenische Initiative letztmals mit Beteiligung der EKD stattfinden.

Fokus auf "Tag der Schöpfung"
EKD verlässt ökumenische Lebensschutz-Initiative
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zieht sich aus der ökumenischen Lebensschutz-Initiative "Woche für das Leben" zurück.

Die EKD habe das Sekretariat der katholischen Deutschen Bischofskonferenz bei einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag in Hannover darüber informiert, dass sie sich ab dem kommenden Jahr in anderen Formaten für die Themen des Lebensschutzes einsetzen werde, sagte ein EKD-Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch. Die ökumenische Initiative wird demnach 2024 letztmals mit Beteiligung der EKD stattfinden.

Grund dafür sei, dass die öffentliche Wirkung der "Woche für das Leben" in den vergangenen Jahren "nur noch sehr partiell und regional unterschiedlich" gegeben gewesen sei. Die Themen des Lebensschutzes blieben gesellschaftlich für die evangelische Kirche von höchster Bedeutung, betonte der Sprecher.

Die Aktionswoche wurde 1991 erstmals auf Initiative des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der Deutschen Bischofskonferenz begangen. 1994 trat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der Initiative bei. Die ökumenische Initiative macht auf die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des menschlichen Lebens in all seinen Phasen aufmerksam.

Künftig will sich die EKD auf den "Tag der Schöpfung", der jedes Jahr am ersten Freitag im September begangen wird, konzentrieren, hieß es. Der "Tag der Schöpfung" ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der 18 Kirchen unterschiedlicher Traditionen angehören.

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