Bürger sollen jüdische Gemeinden besuchen

Aus Solidaritaet mit Israel versammelten sich am Freitagabend (13.10.2023) mehrere hundert Menschen vor der Synagoge am Fraenkelufer in Berlin Kreuzberg

© epd-Bild/Christian Ditsch

Aus Solidarität versammelten sich mehrere hundert Menschen vor der Synagoge am Fraenkelufer im Berliner Bezirk Kreuzberg (Archivbild).

Zentralrats-Vize Abraham Lehrer
Bürger sollen jüdische Gemeinden besuchen
Angesichts zunehmender Judenfeindlichkeit ruft der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, dazu auf, jüdische Gemeinden zu besuchen und Solidarität zu zeigen. Die SPD-Landtagsfraktion in NRW will die Gemeinden unterstützen.

Die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Gemeinden und Einrichtungen müssten zudem immer überprüft und auf dem neuesten Stand gehalten werden, sagte Abraham Lehrer, der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln ist, in Düsseldorf. Sie seien jedoch besser geschützt als Schulen, gegen die es in den vergangenen Tagen auch Anschlagsdrohungen gegeben habe.

Die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag und der Vize des Zentralrats haben sich nach eigenen Angaben darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Lehrer begrüßte die Zusage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Jochen Ott, die jüdischen Gemeinden zu unterstützen. Lehrer warb unter anderem für finanzielle Unterstützung für Opfer der Angriffe in Israel.

Das Bekenntnis zu "Nie wieder" Judenhass in Deutschland müsse sich angesichts des Krieges in Israel bewähren, erklärte Ott. Das historische Bewusstsein müsse bei Schülerinnen und Schülern wieder verstärkt werden. Wer zu Deutschland gehöre, müsse sich zu dem "Nie wieder" bekennen, forderte Ott.

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