Theologe Steffensky warnt vor Abwertung des Alters
Der evangelische Theologe Fulbert Steffensky hat davor gewarnt, das Leben alter oder behinderter Menschen abzuwerten. "Humanität heißt, einen Menschen nicht von seinem Nutzen her zu verstehen", sagte der 81-Jährige am Samstag beim evangelischen Kirchentag in Stuttgart.
Es sei eine Gnade für ihn, "dass ich mich nicht durch meine Leistungen verstehe, sondern weil ich einfach bin - das reicht."
Eine wesentliche Aufgabe älterer Menschen sei es, "dass wir einerseits resümieren und andererseits mit Heiterkeit, nicht Lustigkeit, das Leben gestalten bis vielleicht ins hohe Alter", sagte der Theologe.
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Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana am 14. September hat Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July im Namen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Landesrabbiner Netanel Wurmser sowie der Repräsentanz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) in einem Brief Glück- und Segenswünsche übermittelt und ein "gutes und süßes Jahr 5776" gewünscht.
Der Stuttgarter Chor Trimum besteht aus Christen, Muslimen und Juden. Gemeinsam machen sie Musik – und die Erfahrung, dass man dabei Neues lernen und Freundschaft schließen kann.
Zugleich verwies Steffensky auf die "Hässlichkeiten" des Alters, etwa wenn man "die Schuhcreme plötzlich ins Eisfach stellt". Damit müsse man fertig werden. Als große "Verdummung der Gesellschaft" bezeichnete der Theologe die Zwänge zum Konsum. "Im Alter verliert man die Zähne, aber nicht die Zweifel", sagte Steffensky.