Kommunen wollen erweiterte Schulpflicht für Flüchtlinge

Kommunen wollen erweiterte Schulpflicht für Flüchtlinge
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund plädiert für eine Schulpflicht für junge Flüchtlinge, die Analphabeten sind, bis zum Alter von 25 Jahren.

Außerdem sollte die Vorbereitung auf den Beginn einer Arbeit von Anfang an mit Sprachkursen kombiniert werden können, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). Die klare Trennung zwischen Sprachkursen und anschließender Arbeitsaufnahme oder Berufsorientierung habe sich nicht immer bewährt.

Landsberg hält ferner ein eigenes Leistungsrecht für anerkannte Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge für denkbar. "Nach dem Grundsatz Fordern und Fördern könnte es darin Anreize geben, damit Eingliederung besonders gut oder besonders schnell gelingt", betonte Landsberg.

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Eine Schülerin schreibt in einer Schule in Hamburg das ABC an die Tafel (Symbolfoto).
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert, in den Schulen und Kindergärten bessere Voraussetzungen für Flüchtlingskinder zu schaffen. "Aus unserer Sicht sollte es Auffang- und Willkommensklassen geben, in denen die häufig traumatisierten Kinder gut und umfassend betreut werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe).
Die vier Kinder der Schulverweigerer aus Hessen sind wieder bei ihren Eltern. Das Jugendamt des Landkreises Darmstadt-Dieburg und die Eltern haben sich darauf geeinigt, dass die Kinder künftig eine staatliche Schule besuchen.

Nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes steigen die Integrationskosten gerade für die Kommunen derzeit rasant. Doch die Ausgaben würden oftmals nicht ausreichend erstattet. "Das muss beendet werden", sagte Landsberg. Es könne nicht sein, dass Mittel etwa des Bundes bei den Kommunen nur unvollständig ankämen. "Das ist auch eine Gefahr für das Engagement der Kommunen und der vielen ehrenamtlichen Helfer vor Ort", warnte der Hauptgeschäftsführer.