UN beklagen 400.000 Cholera-Fälle im Jemen

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Foto: dpa/Hani Mohammed

UN beklagen 400.000 Cholera-Fälle im Jemen
Fast 1.900 Tote und über 400.000 Verdachtsfälle in den vergangenen drei Monaten - die Cholera-Epidemie im Jemen zählt zu den weltweit schlimmsten Ausbrüchen der Krankheit. Besonders betroffen sind die Schwächsten der Gesellschaft: Kinder sowie alte und kranke Menschen.

Die Cholera-Epidemie im Jemen nimmt nach Angaben der Vereinten Nationen immer bedrohlichere Ausmaße an. In den vergangenen drei Monaten seien fast 1.900 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben und 400.000 Verdachtsfälle erfasst worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf mit. Das arabische Bürgerkriegsland leide unter dem weltweit schlimmsten Cholera-Ausbruch.

Durch den blutigen Konflikt seien Krankenhäuser, sanitäre Einrichtungen und Wasserleitungen zerstört worden. Dies habe die Ausbreitung der Cholera begünstigt. Die Chefs der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, des Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, und des Welternährungsprogramms, David Beasley, hatten sich im Jemen über die Cholera informiert. Sie versprachen mehr Hilfe.

Cholera wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen und breitet sich bei schlechten hygienischen Verhältnissen schnell aus. Besonders gefährlich ist die Infektion für Kinder, alte und kranke Menschen. Im Jemen bekämpfen sich seit 2015 schiitische Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Tausende Menschen wurden bereits getötet. Nach WHO-Angaben hungern 60 Prozent der rund 27 Millionen Einwohner des Landes.

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