Josef Schuster hält Religionsunterricht für Kinder für unverzichtbar

Islamischen Religionsunterricht in der Grundschule

© epd-bild / Stefan Arend

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält konfessionsgebundenen Religionsunterricht für extrem wichtig zur religiösen Identitätsbildung von Kindern.

Josef Schuster hält Religionsunterricht für Kinder für unverzichtbar
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wirbt für ein Festhalten am konfessionsgebundenen schulischen Religionsunterricht.

Für ihn sei es kein Zeichen von Toleranz, sondern von Beliebigkeit, stattdessen einen Ethik- oder Lebenskundeunterricht oder auch interreligiösen Unterricht anzubieten, in dem alle großen Weltreligionen quasi neutral dargeboten werden, sagte Schuster am Dienstag vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg. "Diese Beliebigkeit führt ganz schnell zu einer vollkommenen Gleichgültigkeit gegenüber Religion", warnte er.

Mehr zu Zentralrat der Juden
Josef Schuster mit Bundeskanzler Scholz
Unter dem Leitgedanken "Zusammen leben" haben sich Vertreter jüdischer Gemeinden aus ganz Deutschland für vier Tage in Berlin getroffen. Auch Kanzler Scholz besuchte den Gemeindetag. Dabei versicherte er den Juden seine volle Solidarität.
Aus Solidaritaet mit Israel versammelten sich am Freitagabend (13.10.2023) mehrere hundert Menschen vor der Synagoge am Fraenkelufer in Berlin Kreuzberg
Angesichts zunehmender Judenfeindlichkeit ruft der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, dazu auf, jüdische Gemeinden zu besuchen und Solidarität zu zeigen.

In seinem Grußwort an das Kirchenparlament erklärte Schuster, ebenso wie die Prägung durch das Elternhaus halte er auch den konfessionsgebundenen Religionsunterricht für extrem wichtig zur religiösen Identitätsbildung von Kindern. "Die momentane Stimmung in unserem Land macht die religiöse Erziehung unserer Kinder nicht einfacher", sagte er mit Verweis auf fremdenfeindliche und antijüdische Tendenzen. Doch nur wenn Kinder in ihrer jeweiligen Religion wirklich zu Hause seien und sich ihr zugehörig fühlten, hätten sie genügend Sicherheit, um anderen Religionen respektvoll zu begegnen. "In meinen Augen ist dies einer, wenn auch nicht der entscheidende Schlüssel für eine friedliche Zukunft", sagte Schuster.