Kardinal Marx nennt innerkirchlichen Abendmahlsstreit "Fiasko"

Kardinal Reinhard Marx

Foto: Arne Dedert/dpa

Die Deutsche Bischofskonferenz wollte Geistlichen eine Möglichkeit geben, evangelisch getaufte Partner in gemischtkonfessionellen Ehen zum Abendmahl zuzulassen. Einige Bischöfe erhoben Einspruch.

Kardinal Marx nennt innerkirchlichen Abendmahlsstreit "Fiasko"
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat den Streit um die Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion als "Fiasko" bezeichnet.

Viele Menschen hätten kritisch reagiert auf "dieses Schauspiel, das die Bischöfe da veranstaltet haben", sagte er am Donnerstag vor Journalisten in München. Er sei nicht zufrieden mit dem Ergebnis, "aber mehr war nicht drin".

Die Deutsche Bischofskonferenz wollte im Frühjahr Geistlichen eine Möglichkeit an die Hand geben, evangelisch getaufte Partner in gemischtkonfessionellen Ehen zum Abendmahl zuzulassen. Dagegen erhoben einige Bischöfe Einspruch und baten den Papst um Klärung, der dem liberalen Entwurf letztlich eine Absage erteilte. Laut Marx sah es für viele Menschen so aus, als ob einige Bischöfe gegen die Ökumene wären. Doch "hier geht es um das Christentum, und es geht nur im Miteinander der Konfessionen", sagte er.

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Beim Thema Kirchenasyl kritisierte der Münchner Erzbischof die Verlängerung der Überstellungsfrist auf 18 Monate, die seit August gilt. Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder werden abgelehnte Asylbewerber neuerdings nur dann nicht nach der Dublin-III-Verordnung in andere EU-Länder überstellt, wenn sie zuvor eineinhalb Jahre im Kirchenasyl waren. Zuvor hatte die Frist sechs Monate betragen. "Ich begrüße nicht, dass die Rahmenbedingungen für Kirchenasyl schwerer werden", sagte Marx. Das Kirchenasyl an sich stehe jedoch nicht zur Debatte.