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Bauarbeiten im Kloster Loccum in Niedersachsen im September 2020. Für die Grundsanierung des Klosters Loccum muss die hannoversche Landeskirche tiefer in die Tasche greifen als zunächst angenommen.
"Aber alle Kostensteigerungen waren jeweils konkret in der Situation begründet und nachvollziehbar", betonte Surborg. "Wir werden nach der endgültigen Fertigstellung von der Ausstattung und auch vom Ambiente her über eines der Top-Predigerseminare in Deutschland verfügen." Die Landeskirche lässt das 1163 gegründete Zisterzienserkloster, in dem heute angehende Pastor:innen ausgebildet werden, seit 2017 komplett durchsanieren, modernisieren und erweitern. Es ist ihr größtes Bauprojekt in der Nachkriegszeit. Nach einigen Verzögerungen sollen die Arbeiten im nächsten Sommer abgeschlossen sein.
Aktuell bestünden weitere Nachforderungen von Architekturbüros im sechsstelligen Bereich, sagte Surborg. Zudem hätten sich Mehrkosten bei den Außenanlagen ergeben. Durch Verhandlungen könnten die Kosten womöglich noch gesenkt werden. Der Ausschussvorsitzende erinnerte daran, dass zu Beginn der Überlegungen vor zwölf Jahren nur vom Umbau der historischen "Zehntscheune" auf dem Klostergelände zu einer Bibliothek die Rede war, der rund 20 Millionen Euro gekostet hätte. Verglichen damit sei die jetzige Komplettlösung nahezu ein "Schnäppchen".
Die Entscheidung, das Kloster zur zentralen Ausbildungsstätte für Vikar:innen aus Niedersachsen und Bremen zu machen, habe die Kosten vor einigen Jahren zunächst von 13 auf 24,5 Millionen steigen lassen, sagte Surborg. In den Folgejahren seien dann im Zuge der Bauarbeiten unvorhergesehene Schäden an der Anlage sichtbar geworden. Dadurch seien die Kosten weiter geklettert. Im Zuge der Sanierung wurde unter anderem ein großer Teil der historischen Wände und Böden geöffnet und erneuert.
Die Landessynode, das Kirchenparlament, tagt bis zum Freitag. Erstmals in der Geschichte der Synode schalten sich die 79 Delegierten und weitere Teilnehmer angesichts der Corona-Pandemie zu einer Videokonferenz zusammen. Die hannoversche Landeskirche ist mit 2,4 Millionen Mitgliedern in 1.235 Gemeinden zwischen Göttingen und der Nordsee die größte evangelische Kirche in Deutschland. Ihr sind drei Viertel aller evangelischen Kirchengemeinden in Niedersachsen angegliedert.
In der evangelischen Kirche sind Synoden die Parlamente der Landeskirchen. Sie beschließen Gesetze, verabschieden den Haushalt und wählen den Bischof oder die Bischöfin. Dabei vertreten sie die Interessen der Ortsgemeinden, also der kirchlichen Basis. Das Wort Synode bezeichnet ursprünglich eine Kirchenversammlung und leitet sich vom griechischen "synodos" ("gemeinsam auf dem Weg sein") her.
Zur Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gehören 79 Mitglieder. 66 Mitglieder sind gewählt, zwölf vom Kirchensenat berufen. Mit einem festen Sitz ist die Theologische Fakultät der Universität Göttingen vertreten. Unter den Gewählten sind 19 Pastorinnen und Pastoren, zehn hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche sowie 37 Ehrenamtliche. Die Synode kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen.
Zur hannoverschen Landeskirche gehören 1.235 Gemeinden mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern zwischen dem Landkreis Göttingen und der Nordsee. Sie umfasst drei Viertel Niedersachsens. Damit ist sie die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.