Evangelische Kirche will mit "#wärmewinter" helfen

Männer mit Teetassen sitzen beisammen

© Getty Images/iStockphoto/Prostock-Studio

In einem Brief der EKD und Diakonie an Gemeinden und diakonische Werke wird dazu aufgerufen, Essensausgaben und Wärmestuben einzurichten, beheizte Kirchen nach dem Gottesdienst oder zu anderen Zeiten offenzuhalten sowie Beratungsangebote zu schaffen.

Aufruf von EKD und Diakonie
Evangelische Kirche will mit "#wärmewinter" helfen
Unter dem Hashtag "#wärmewinter" rufen EKD und Diakonie die Kirchengemeinden auf, sich für Menschen einzusetzen, die unter der Energiekrise und steigenden Energiepreisen besonders leiden. Wärmestuben und längere Kirchenöffnungszeiten und Beratungsangebote wären wünschenswert.

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und drohender sozialer Notlagen hat die evangelische Kirche ihre Gemeinden aufgerufen, Wärmestuben und Beratungsangebote einzurichten. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und ihr Wohlfahrtsverband Diakonie starteten am Dienstag in Berlin gemeinsam die Aktion "#wärmewinter". Viele sorgten sich vor der Kälte, "in den eigenen vier Wänden - und vor der bürokratischen Kälte in den Kündigungsschreiben von Energieversorgern und Vermietern", sagte die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus.

Dagegen wollen EKD und Diakonie "Herzenswärme" und konkrete Angebote auf die Beine stellen. In einem Brief an Gemeinden und diakonische Werke rufen Kurschus und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie dazu auf, Essensausgaben und Wärmestuben einzurichten, beheizte Kirchen oder kirchliche Häuser nach dem Gottesdienst oder zu anderen Zeiten offenzuhalten sowie Beratungsangebote zu schaffen, bei denen Menschen in Notlagen Informationen zu staatlichen Hilfen erhalten.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie ermuntert zu Solidarität im Wärmewinter.

Der Zusammenhalt in der Gesellschaft stehe vor einer neuen Bewährungsprobe, heißt es in dem Brief von Kurschus und Lilie. Politischen Radikalisierungen und spaltenden Tendenzen wie der Ausrufung eines "Wutwinters" wolle man mit konkreten Angeboten entgegentreten und so "die integrativen Kräfte unserer Gesellschaft stärken".

Finanziert werden sollen die Angebote unter anderem durch die mit der im September ausgezahlten Energiepreispauschale entstehenden Mehreinnahmen bei der Kirchensteuer. Da die Pauschale einkommensteuerpflichtig ist, wird automatisch auch Kirchensteuer davon abgeführt. Die zusätzlichen Einnahmen würden an vielen Orten bereits zur Finanzierung von Projekten im Sinne der Aktion "#wärmewinter" eingesetzt, heißt es in dem Brief der EKD-Ratsvorsitzenden und des Diakonie-Präsidenten.

Hier können Sie den Brief von der EKD-Ratsvorsitzenden und des Diakonie-Präsidenten an die Kirchengemeinden und Diakonischen Werke in Deutschland nachlesen.

Hier können Sie die geistlichen Gedanken der EKD-Ratsvorsitzenden und des Diakonie-Präsidenten nachlesen. Was Christ:innen zum Einsatz in der Energiekrise motiviert.

Hier können Sie die Handlungsempfehlungen für die Aktion #Wärmewinter  nachlesen. Was Kirchengemeinden für Betroffene tun können.

Mehr zu Diakonie
Adolfinenheim Borkum auf historischem Foto um 1966
Evangelische Kirche und Diakonie legen in Bremen eine Dokumentation vor, die die teils dramatischen Zustände für die Kinder im Kurheim auf Borkum schildert.
Rüdiger Schuch
Rüdiger Schuch ist seit Jahresbeginn Präsident der Diakonie. Im Gespräch berichtet er über die Haushaltspläne der Ampel, Missbrauchsaufarbeitung und seine Sorge um die Demokratie. Bisher habe er den Kontakt zur AfD gemieden, sagt er.